Familienforschung Rehren
von Henning Rehren


Bedeutung und Herkunft des Familiennamens

Rehren ist auch der Nachname von gut 200 Menschen in Deutschland. In den deutschen Telefonbüchern per 30. Juli 1999 kam der Name jedenfalls 100 mal vor. Bei einer angenommenen durchschnittlichen Haushaltsgröße von etwa 2 Personen käme man auf 200 Menschen.

Der Name kommt nicht in allen Gegenden gleichermaßen vor. Ballungen ergeben sich vor allem in den Räumen Hannover und in Hamburg. Darüberhinaus tritt er gestreut in Nordrhein-Westfalen bis hinunter nach Mannheim/Ludwigshafen auf. Sogar in Bayern ist der Name bereits gesichtet worden. ;-) Nicht nur in Deutschland gibt es Rehrens, sondern auch in den USA und Australien! Genauere Auswertungen finden Sie auf einer extra Seite.

Ganz ähnlich wie der Familienname verteilen sich die Wegebezeichnungen auf Norddeutschland. Auch hierzu gibt es eine eigene Seite.

Was bedeutet denn nun der Familienname Rehren und woher kommt er denn nun?

Bei Heintze-Cascorbi [1] ist der Name Rehren ein Name der dritten Schicht innerhalb der Familiennamen und wird interpretiert als "der aus Rehren (Westf.)". Das ist sicherlich erstens eine einfache Interpretation und zweitens liegt keines der Rehren wirklich in Westfalen...

Genauer wird es bei Hans Bahlow [2]. Rehr (oft in Hamburg), Rehren (Hamburg) und Rehrmann ordnet er ebenfalls den beiden Ortschaften Rehren zu, die urkundlich Rederen gehießen haben. Dabei steht red für Sumpf, Ried. [3] Anm.: Die Ortschaft Langreder in der heutigen Stadt Barsinghausen wurde einmal Langrehr geschrieben!

Nach Bahlow [2] ist von Rehr, Rehren und Rehrmann abzugrenzen der Name Reer, der ebenfalls oft in Hamburg vorkommt. Der ist nämlich friesischen Ursprungs und kontrahiert aus Reder, ähnlich wie Freer aus Freder entstanden ist. Von welchem Stamm der Familienname Rehr sich entwickelt hat, ist mir nicht bekannt.

Rehren hat sich (wenigstens in meiner Familie) von Rähren abgeleitet. Ob die Orte diese Schreibweise früher auch verwendet haben, weiß ich noch nicht. Während sich die Schreibweise sukzessive von Rähren nach Rehren geändert hat, tritt der Name Rähren heute (2001) nur noch einmalig in deutschen Telefonbüchern auf.

Ebenfalls unbekannt sind mir etwaige Zusammenhänge zu den Ortsnamen Reher und die darauf basierenden Familiennamen Reher und Rehermann. Diese werden beschrieben, aber nicht interpretiert bei Gottschald [4].

In einem weiteren Werk über die Namensforschung, im Brechenmacher [5], findet sich kein Eintrag über Rehren.

Die interessanteste Quelle in diesem Zusammenhang ist Rudolf Zoder, Familiennamen in Ostfalen [6]. Zoder nimmt Bezug auf den Ortsnamen und nennt einige vorkommende Personen: Alberdt Rheren (Neubürger in Hildesheim 1591), Sophie Rehren (Neubürgerin in Hannover 1626), Curt Rehren (Bürger in Wettbergen 1689).

Über die Bedeutung des Namens erfahren wir etwas unter dem Eintrag "Rehr". Er interpretiert analog zu Bahlow [2] Rehr als zusammengezogenen Namen aus Reher, Rehder oder Reder. Zusätzlich bezieht er sich auf den Örtlichkeitsnamen zu mittelnorddeutsch red(d)er, was Raum oder Weg zwischen zwei Hecken bedeutet und führt als Beispiel den Flurnamen de Reerweg bei Harsum an.

Zusammenfassend halte ich die Interpretation des Familiennamens Rehren als Bezug auf den Wohnplatz der Familie zwischen den Hecken für die Wahrscheinlichste. Grund dafür ist die Erkenntnis, dass auch heute Straßennamen, in denen "Rehre" in irgendeiner Form vorkommt, ungefähr in den gleichen Gebieten vorkommen, in denen auch der Familienname vorkommt.
Daneben ist der Bezug auf den Sumpfigen Ort oder die Ortschaften Rehren nicht auszuschließen. Konkrete Anhaltspunkte habe ich dazu nicht.

Quellen:

[1] Heintze-Cascorbi, Die deutschen Familiennamen, Prof Dr. Paul Cascorbi, Halle/S. und Berlin 1933
[2] Hans Bahlow, Deutsches Namenlexikon, suhrkamp taschenbuch 65, 1. Auflage 1972
[3] Hans Bahlow, Deutschlands geographische Namenwelt, suhrkamp taschenbuch 1221, 1. Aufl. 1985; Stichworte "Rehren" und "Reddehausen".
[4] Max Gottschald, Deutsche Namenskunde, 4. Auflage, Berlin 1971/82
[5] Prof. Josef Karlmann Brechenmacher, Etymologisches Wörterbuch der Deutschen Familienamen, Limburg 1957
[6] Rudolf Zoder, Familiennamen in Ostfalen, Hildesheim 1968

Verbreitung der Rehrens anhand Telefonbuchanalyse

Wegebezeichnungen rund um die Rehren


© 2001 Henning Rehren · Letzte Änderung: